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 Beitrag Verfasst: 11. Jan 2019, 06:49 
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Quelle: Saarbrücker - Zeitung (veröffentlicht am 11.01.2019)
von Heiko Lehmann

Seit zehn Wochen ist der ehemalige Zweitligaspieler Nils-Ole Book bei Fußball-Regionalligist SV Elversberg in führender Position tätig.

Wenn der gemeine Fußballprofi nach einem Vereinswechsel sein erstes Tor geschossen oder etwas ähnliches Besonderes auf dem Platz gemacht hat, spricht man oft davon, dass er nun bei seinem neuen Club angekommen sei. Bei einem Sportdirektor ist die Sache da schon etwas schwieriger. Seit dem 28. Oktober des vergangenen Jahres ist Nils-Ole Book der neue Sportdirektor beim Fußball-Regionalligisten SV Elversberg.

„Am Anfang riefen mich die Menschen oft Nils-Ole oder einfach nur Nils, da es so ja auch in meinen Papieren steht. Aber darauf reagiere ich meistens gar nicht. Ich bin Ole und werde eigentlich auch so gerufen, solange ich denken kann“, erklärt der 32-Jährige.

Seit zehn Wochen ist Ole Book nun schon im sportlichen Tagesgeschäft der Elversberger mit dabei. Nils ruft ihn mittlerweile keiner mehr. Jeder weiß, wer Ole ist. Angekommen? „Was den Namen angeht, bestimmt. Was den neuen Job angeht, ist es bislang ein sehr aufregender und spannender Prozess. Für mich war das ja auch alles Neuland“, sagt der junge Mann, dessen Heimat das Münsterland ist. Der ehemalige Trainer und Sportdirektor der SVE, Roland Seitz, stellte Book im September 2017 als ersten hauptamtlichen Scout ein.

Mehr als 200 Spiele in der 3. Liga und in den Regionalligen schaute sich Ole Book in nur einer Saison an und erstellte sich so eine umfassende Datenbank von so ziemlich allen Spielern in ganz Deutschland, die für Elversberg in Frage kämen. „Das war eine interessante Zeit, da ich den Fußball bislang nur vom Platz kannte. Plötzlich war ich auf der Tribüne und sah alles nur noch von oben“, sagt der 32-Jährige, der ganz ohne Pausen vom Fußballprofi zum Scout und dann zum Sportdirektor wurde.

„Ich bin keiner, der lange Pausen braucht. Fußball ist meine Leidenschaft, und in dem Sport sah ich schon immer meine Zukunft. Ich bin sehr dankbar, dass die SV Elversberg mir diese Chance gibt“, sagt der ehemalige Zweitligaprofi, der für Rot-Weiß Ahlen und den MSV Duisburg spielte. Seine Frau und die beiden Kinder leben noch in Wiesbaden. „Meine Familie kennt das, dass ich viel unterwegs bin. Meine Kinder gehen schon zur Schule, da ist ein Umzug gar nicht so einfach. Mal sehen, was die Zeit bringt“, sagt der Sportdirektor.

SVE-Präsident Dominik Holzer und Marc Strauß, Vorstand Verwaltung und Vereinsentwicklung, haben von Anfang an angekündigt, Ole Book zu unterstützen. „Ole hat als Scout sehr gute Arbeit geleistet. Er kennt sich im Fußball sehr gut aus und hat diese Chance verdient“, sagt Holzer.

Der Kontakt zu Trainer Horst Steffen ist sehr gut. Und beide treffen die sportlichen Entscheidungen für die Zukunft gemeinsam. Auch in der Halbzeit von Ligaspielen tauschen sich die beiden aus. „Ich stehe in der ersten Halbzeit meistens auf der Tribüne, da man von dort einfach mehr sieht. In der zweiten Halbzeit sitze ich dann auf der Bank“, erzählt der Sportdirektor. Der Kontakt zu den Spielern ist so kollegial, als wäre er noch Teil der Mannschaft. Kein Wunder, denn Ole Book ist im Herzen immer noch auf dem Platz und zudem chronisch gut gelaunt.

Doch es werden auch Zeiten kommen, wo der Sportdirektor einem Spieler mitteilen muss, dass er in den Planungen keine Rolle mehr spielt. „Das wird kommen, aber das ist noch etwas weiter weg. Seit Horst Steffen der neue Trainer ist, legen sich alle Spieler unglaublich ins Zeug“, erklärt Book, der ein abgeschlossenes Psychologie-Studium vorzuweisen hat.

Der Neue geht das Abenteuer Sportdirektor hoch motiviert an. „Hotels müssen gebucht werden, die medizinische Versorgung muss passen. Reha-Plätze für verletzte Spieler, Kontakt zu unserem Nachwuchsleistungszentrum“, schildert er. „Ich muss nicht alles alleine machen, aber ich muss gucken, dass der Laden läuft. Ich bin viel auf unserer Geschäftsstelle. Es sind ganz neue Einblicke für mich, die sich alle abseits des Platzes abspielen. Aber das gehört dazu. Und deshalb ist es auch mein Traumberuf.“


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