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 Betreff des Beitrags: Kiefer kämpft gegen den Stillstand
 Beitrag Verfasst: 12. Dez 2018, 06:49 
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Quelle: Saarbrücker - Zeitung (veröffentlicht am 12.12. 2018)
von Heiko Lehmann

Normalerweise hätte Jens Kiefer allen Grund dazu, sich am Jahresende genüsslich zurückzulehnen und ein weiteres, starkes Jahr des Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) der SV Elversberg Revue passieren zu lassen. Am 1. Juli hatte der 44-jährige Fußballlehrer die Gesamtleitung des NLZ und als Trainer die A-Jugend übernommen. Und beim Blick auf die Tabellen im Jugendfußball kann sich eine erste Bilanz sehen lassen.

Kiefers U19 belegt in der Regionalliga Südwest den zweiten Platz mit drei Punkten Rückstand auf den 1. FC Saarbrücken, ist also noch voll im Titelkampf. Die U17 von Trainer Sebastian Schummer ist in der Regionalliga Südwest ebenfalls auf dem zweiten Platz mit einem Punkt Rückstand auf den FSV Mainz II und zwei Punkten Vorsprung auf den 1. FC Kaiserslautern. Damit winkt die Relegation zur Bundesliga.

Auch die U16 von Kai Decker (Tabellenführer in der Verbandsliga) und die U15 von Trainer Thomas Wiener (Dritter in der Regionalliga hinter Mainz und Kaiserslautern) sind stark unterwegs. Und die U21 mit Trainer Marco Emich greift als Tabellenführer der Saarlandliga nach dem Titel. Der Aufstieg in die Oberliga ist absolut realistisch.

„Das Abschneiden der Teams ist stark. Trainer und Spieler machen sehr gute Arbeit. Aber das ist nicht das Problem“, sagt NLZ-Leiter Kiefer: „Es darf keinen Stillstand in der Entwicklung geben, wir dürfen nicht in einen Trott geraten.“ Trott heißt für den 44-Jährigen: Jede Woche vier Mal Training und ein Spiel und das vor und nach der Winterpause. „Einige Spieler von uns haben morgens noch Training in unseren Partnerschulen. Aber das reicht nicht. Ich rede nicht davon, dass die Spieler noch mehr trainieren müssen, sondern gezielter“, sagt Kiefer.

Er meint damit ein stärkeres Individual-Training. Steffen Bohl, der diese Saison einen Profivertrag bei der SVE hat und in der U21 in der Saarlandliga spielt, wird diese Aufgabe übernehmen. Bohl beschäftigt sich nun mindestens einmal pro Woche mit den Stürmern, dem Mittelfeld und den Abwehrspielern. Dazu werden die Spieler von der U14 bis zur U16 und von der U17 bis zur U21 aus den jeweiligen Mannschaftstrainings herausgeholt und trainieren gemeinsam und gezielt ihre Position.

„Im normalen Mannschaftstraining machst du allgemeine Übungen und spielst praktisch nur im Abschlusstraining deine Position. Und dann ist noch die Frage, wie oft du an den Ball kommst. Beim Individual-Training der Stürmer geht es nur um den Angriff, um Abschlüsse, um Laufwege und alles, was dazu gehört. Nur so werden Spieler gezielt besser“, erklärt Kiefer. Bohl soll einen Anschlussvertrag bei der SVE bekommen, das Individual-Training weiter ausgebaut werden.

Allerdings gibt es da auch logistische Probleme, da so gut wie alle Nachwuchs-Mannschaften der SVE auf unterschiedlichen Plätzen trainieren – in Heinitz, St. Ingbert, Göttelborn, Landsweiler-Reden und natürlich in Elversberg. „Wir haben zwar ein dezentrales System, was die Sache erschwert, doch diese Probleme sind lösbar“, findet Kiefer.

Eine weitere Neuerung im NLZ der SVE ist die Videoanalyse. Die Spiele der U17 und U19 zeichnet die SVE in voller Länge auf und lässt sie professionell zusammenschneiden. Bei der U19 kann bereits jeder Spieler seine eigenen Spielszenen auf einer App betrachten und sich quasi in jeder freien Minute und überall fußballerisch weiterbilden. „Die Spieler sehen dadurch genau, was sie auf dem Platz falsch oder richtig gemacht haben. Es hilft ihnen enorm. Wir wollen dieses System im gesamten NLZ einführen“, sagt Kiefer. Ziel ist wieder die individuelle Verbesserung – aus durchschnittlichen oder guten Spielern sehr gute zu machen.

„Meine Oma erkennt auf dem Platz ein Toptalent, das am besten Fußball spielen kann. Das ist keine Kunst. Aber die Spieler zu erkennen, die hier und da noch Schwächen haben und trotzdem richtig starke Spieler werden können, das ist die Schwierigkeit“, sagt Kiefer.

Gerade im kleinen Saarland, wo es mit der SVE und dem 1. FC Saarbrücken zwei Topclubs im Nachwuchsbereich gibt, die sich regelmäßig die Spieler gegenseitig wegnehmen, möchte die SVE den Unterschied machen und den Konkurrenten aus der Landeshaupstadt, der inzwischen auch ein NLZ hat, abhängen. Im oberen Altersbereich ab U15 hat die SVE die Nase klar vorne. „Bei der U12, U13 und U14 haben wir Nachholbedarf. Dort haben wir gepennt, haben nicht die besten Spieler und auch nicht die besten Mannschaften. Daran gilt es zu arbeiten. Es darf auf keinen Fall Stillstand geben“, sagt NLZ-Leiter Kiefer.


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